DIE ECHALLENGE IN WIEN: EIN EINZIGARTIGES ERLEBNIS

municHMotorsport_wien_2015.pngSo etwas gab es bisher noch nie. Als uns im Spätsommer die Einladung des Orga-Teams der eChallenge per Email erreicht, können wir es deshalb nur schwer glauben - Formula Student Autos, die mitten in der Stadt fahren? Wie soll das funktionieren, wie abgesichert sein, und vor allem: Wer soll das genehmigen? Dass das Event im Rahmen des zweihundertjährigen Jubiläums der TU Wien stattfindet, überzeugt uns aber, und so entscheiden wir uns schnell, gleich mit zwei Autos dorthin zu fahren. Was genau uns da in Wien jedoch erwartet, das wissen wir nicht.

Schon bei der Ankunft am Freitag Abend wird uns klar, dass hier hochprofessionelle Organisation am Werk ist. Mitten in der Innenstadt, direkt vor der TU im Fußgängerpark am Karlsplatz, ist ein großzügiger Parcours abgesperrt, es gibt Parkplätze für die Teamtransporter und eine Event Control, die im Zuge der Registration alle wichtigen Ausweise, Unterlagen und Energy Meter aushändigt - alles wie bei einem “richtigen” Formula Student Event, nur eben mitten in der Stadt. Das Hostel liegt 20 Minuten Fußweg plus U-Bahnfahrt entfernt und bietet eine anständige Schlafunterkunft mit Frühstück für EUR 40 pro Person für die gesamte Eventdauer. Wir nutzen den Rest des Abends, um die Vorbereitung des am nächsten Tag anstehenden eCar Talks - der ersten und einzigen statischen Disziplin - abzuschließen.

Nach der Begrüßungszeremonie geht es direkt mit den Vorträgen los, um 10:40 Uhr sind wir an der Reihe und präsentieren die technischen Highlights des PWe5.14 und des PWe6.15. Die Vorträge der anderen Teams, die wir sehen, sind sehr interessant - leider können wir nicht alle sehen, denn zeitgleich steht schon das Scrutineering an. Mit 14 Crewmitgliedern für zwei Autos sind wir eher dünn besetzt, schaffen es jedoch trotzdem zügig durch die Abnahmen. Bis beim Brake Test des PWe6.15 das Unfassbare geschieht: Ein Fahrwerksteil, das uns noch nie im Stich gelassen hat, reißt und legt das Fahrzeug lahm. Von allen Seiten wird uns Hilfe angeboten - die Wiener sind drauf und dran, die Fräse anzuwerfen - doch es gelingt uns, eine Mitfahrgelegenheit für unsere Ersatzteile von München nach Wien zu finden, die noch am selben Abend Abhilfe schaffen wird. Und so begeben wir uns nach abschließenden Schraubarbeiten zu dem vom eChallenge-Team organisierten Grillen am Gebäude der Elektrotechnikfakultät, wo selbstverständlich auch das ein oder andere Bier getrunken wird. 

Der Sonntag beginnt dann auch sehr viel entspannter. Die Fahrwerksteile werden getauscht und der AutoCross kann beginnen. Die unglaubliche Strecke um den Brunnen vor der Karlskirche ruft anfänglich Skepsis bezüglich der Sicherheit bei den Fahrern hervor, die aber nach ein paar Runden schnell aus der Welt sind: die Organisatoren haben die Strecke perfekt gesteckt, nicht zu schnell, nicht zu gefährlich, sehr eng, aber trotzdem flüssig. Leider kommen die Fahrer des PWe6.15 zunächst nicht in diesen Genuss. Elektronikprobleme sorgen immer wieder dafür, dass die Crew den Start des Fahrzeugs nach hinten verlegt. Erst ganz zum Schluss gelingt eine sichere Runde, die aber leider nicht konkurrenzfähig ist. Glücklicherweise kann der PWe5.14 unsere Ehre retten und belegt knapp hinter Trondheim einen sehr guten zweiten Platz im AutoCross. Auch der Sonntag endet mit einem Grillen für die Schraubercrew, während der Rest des Teams schon früher zum Schnitzelessen geht.

Montag ist der österreichische Nationalfeiertag und mit sonnigem Wetter für den Endurance perfekt geeignet. Mehr noch als schon am Vortag gibt es Laufpublikum, das von den Streckensprechern bei Laune gehalten wird. Der PWe6.15 - mit mittlerweile gelösten Problemen - geht als eines der ersten Fahrzeuge an den Start und legt anständige Zeiten vor. Leider klebt uns nach wie vor das Pech an den Fersen: Kurz vor dem Fahrerwechsel fällt der PWe6.15 aus. Wieder keine Punkte, eine große Enttäuschung. Der PWe5.14 geht als vorletztes Fahrzeug an den Start und legt sofort wieder sehr gute Zeiten vor. Nach einem durchgehend sehr flotten Endurance mit problemlosen Fahrerwechsel schaffen wir es ins Ziel, was mit dem zweiten Platz im AutoCross eine gute Gesamtplatzierung verspricht.

Diese Vermutung bestätigt sich bei der Preisverleihung am selben Abend: Wir gewinnen mit dem PWe6.15 die statische Wertung und mit dem PWe5.14 den Endurance, was zusammen mit dem zweiten Platz für den PWe5.14 für den Gesamtsieg reicht! 


Vielen, vielen Dank an die Orga der eChallenge Wien für dieses unbeschreibliche Event und für die Einladung! Hoffentlich gelingt es, die eChallenge zu wiederholen - und nicht erst zum dreihundertjährigen Jubiläum der TU Wien :)

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